Ein alter Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn auf einer kleinen Farm. Sie besaßen ein wundervolles weißes Pferd, mit dem sie die Felder bestellen konnten. Die Könige boten dem Mann phantastische Summen für das Pferd, aber der Mann sagte: „Dieses Pferd ist mein Freund, und wie könnte man einen Freund verkaufen?“
Eines Morgens fand er sein Pferd nicht im Stall. Die Leute im Dorf kamen zu dem alten Mann und riefen: „Oh, was für ein schreckliches Unglück!“ Der alte Mann erwiderte aber mit ruhiger Stimme: „Wer weiß schon, wozu es gut ist?“
Eine Woche später kam das Pferd zurück und führte eine Herde herrlicher Wildpferde mit auf die Koppel. Diesmal sagten die Leute: „Was für ein unglaubliches Glück!“ Doch der alte Mann erwiderte: „Wer weiß schon, wozu es gut ist?“
In der nächsten Woche machte sich der Sohn des Mannes daran, eines der wilden Pferde einzureiten. Er wurde aber abgeworfen und brach sich ein Bein. Nun musste der Alte die Feldarbeit allein bewältigen und die Leute aus dem Dorf riefen: „Was für ein schlimmes Unglück!“ Die Antwort des alten Mannes war wieder: „Wer weiß schon, wozu es gut ist?“
In den nächsten Tagen brach ein Krieg mit dem Nachbarland aus. Die Soldaten der Armee kamen in das Dorf, um alle kriegsfähigen Männer einzuziehen. Die jungen Männer mussten an die Front und viele starben. Der Sohn des alten Mannes aber konnte mit seinem gebrochenen Bein zu Hause bleiben.